#cmf_2021

TEUFELSWERK & ENGELSGABE

Das brandneue Festival blickt im ersten Jahr unter dem Motto Teufelswerk & Engelsgabe auf Luzifer in seinen vielfältigen Gestalten. Gemeinsam mit vielen zeitgenössischen Komponisten und Künstlern fordert es in seinen Veranstaltungen den Beelzebub heraus, sondiert thematische Antipoden oder lässt ihn in den aufgeführten Werken „Gesicht zeigen“.

Kein Bild drückt diese spannungsvolle Gegenüberstellung besser aus, als das Triptychon “Der Garten der Lüste” (Museo Nacional del Prado, Madrid) von Hieronymus Bosch. Ein Teufelswerk! Mit all seinen Miniaturen, Kontrasten zwischen Traumwelt und Gegenwart, ist es für die Visualisierung der Gesamtkommunikation des ersten Festivaljahres perfekt. Es bietet Facetten und Anknüpfungspunkte thematische Brücken ins Heute zu schlagen und Bezug zu den Strömungen aktueller Musik der Gegenwarten zu nehmen.

Bosch war Pandämonien-Meister, Illustrator der Erbsünde – ein Grenzgänger zwischen Paradies und Hölle. Er malte die menschlichen Sehnsüchte, Abgründe und Ängste so anschaulich, aber gleichzeitig auch so rätselhaft und mystisch wie kein anderer.

Viele Szenen und Themen hat er auf ironische, anachronistische Weise miteinander verwoben – Lust und Schrecken, Versuchung und Höllenqualen, Glaube und Aberglaube. Die beiden Außenflügel zeigen die Schöpfung der Welt am dritten Tag, als Gott nach christlichem Verständnis Land, Meer und Pflanzen schuf. Der linke Innenflügel zeigt den Garten Eden mit Gott, Adam und Eva; die Mitteltafel den Garten der Lüste und der rechte Innenflügel die Hölle.