Wynton Marsalis

Wynton Learson Marsalis ist einer der bekanntesten Jazztrompeter und Komponist von Gegenwartsmusik. Er wurde als zweiter der sechs Söhne des Jazzpianisten Ellis Marsalis und dessen Frau Dolores geboren und begann das Trompetenspiel mit 12 Jahren. Erfahrungen in traditionellem Jazz sammelte er als Jugendlicher in der Band von Danny Barker. 
Nach dem Studium an der Juilliard School of Music in New York wurde er 1980 Mitglied von Art Blakey’s Jazz Messengers. Seit 1982 ist Marsalis als Solist und Lehrer tätig, wobei er sich sowohl dem Jazz als auch der klassischen Musik widmet.

 1997 wurde Marsalis in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Für 2015 erhielt er die National Humanities Medal. Marsalis gilt als äußerst konservativer Musiker, der viele stilistische Entwicklungen des Jazz ab Ende der 1960er Jahre – etwa Free Jazz oder Fusion – rigoros ablehnt. Er wird dafür von Vertretern der Jazz-Avantgarde z. T. heftig kritisiert – so bezeichneten ihn John Zorn als „rassistisch“ und Matthew Shipp als „Faschisten“. Dennoch beteiligte er sich etwa an der Einspielung von Mingus’ Third Stream-Komposition Epitaph und Joe Hendersons Album Lush Life: The Music of Billy Strayhorn. Als Lehrer am New Yorker Lincoln Center und Musical Director der dortigen Jazz-Abteilung erlangte er in den 1990er Jahren beträchtlichen Einfluss. Einer seiner bekanntesten Mitstreiter ist der Schriftsteller und Publizist Stanley Crouch. Er war auch ein wesentlicher Berater für die Fernsehserie von Ken Burns über Jazz, die ebenfalls wegen ihrer eingeschränkten Sicht der Jazzgeschichte in der Kritik stand.